Schützenverein Eichenlaub Daxberg e. V.

Chronik des Schützenvereins "Eichenlaub" Daxberg e. V.



Am 20. Februar 1920 gründeten 19 Männer aus Daxberg den Schützenverein Eichenlaub. Als Vereinslokal bestimmten sie das Gasthaus zur Sonne, Wiedemann. Zum 1. Vorstand wählten sie Lehrer Anton Wiebel. Ziel der Gründerväter war die Ausübung des Schießsports sowie die Pflege der Kameradschaft.

Für Ihren Einsatz wurden sie schnell belohnt. Die Chronik weist als ersten Höhepunkt ein Waldfest bei herrlichem Sonnenschein mit Sternschießen am 10.7.1921 aus. Die Schützenkameraden durften hierbei "erfreut die Erfahrung machen, was für ein Zusammenhalt unser jung gegründeter Verein ist".


Die Aktivitäten im Verein nahmen zu. Im Jahr 1922 wurden bereits weitere 16 Mitglieder aufgenommen.

Am 9.11.1922 gab Lehrer Anton Wiebel sein Amt als 1. Vorstand ab. Ihm sollte für viele Jahre Sebastian Dolp folgen.

Der Schützenverein nahm nun auch aktiv an vielen Schießveranstaltungen von Vereinen der näheren und weiteren Umgebung teil. So beteiligten sich bereits im Juli 1923 mehrere Mitglieder am Gauschießen des Günz-Gau 25 in Sontheim. Fünf Kameraden konnten hierbei mit Preisen erfolgreich heimkehren.


1925 bestellte sich der noch junge Verein eine Schützenfahne zum damals stolzen Preis von 520 Reichsmark. Eingeführt wurde die prachtvolle Fahne mit einem Fahnenweihfestschießen im Mai 1925. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Unerwartet viele Schützen traten zum sportlichen Wettkampf an. Es erschienen Teilnehmer des Patenvereins Günz-Rummeltshausen sowie der Vereine aus Erkheim, Schlegelsberg, Sontheim, Attenhausen, Frechenrieden, Rettenbach, Kettershausen, Breitenbrunn, Loppenhausen und Dietershofen.

Die Vereinschronik weist weiterhin umfangreiche Aktivitäten unter dem Vorstand Sebastian Dolp aus. Im Jahre 1941 endeten die Eintragungen allerdings kriegsbedingt für viele Jahre.










Am 22.10.1950 eröffnete der bisherige Vorstand Sebastian Dolp nach langer Unterbrechung wieder eine Generalversammlung. Die Teilnehmer wählten ihn erneut zum 1. Vorstand. Weiter beschloß die Versammlung, den Schießsport wieder auszuüben.

Hierzu wurden allerdings finanzielle Mittel benötigt (u. a. zum Kauf eines Zimmerstutzens). Die gestifteten Ehrengaben in Höhe von 111 DM reichten jedoch dazu nicht aus. Daher setzten die Mitglieder einen Vereinsbeitrag von 1,50 DM fest. Ebenfalls 1,50 DM waren für die Aufnahme in den Verein zu bezahlen. Diesen Betrag hatten auch die alten Mitglieder zu leisten. Nur so konnte der allwöchentliche Schießabend wieder abgehalten werden; jährlich wechselnd im Gasthaus Wiedemann und im Gasthaus Löwen in Moosmühle.


Schnell entwickelten sich die Veranstaltungen des Schützenvereins wieder zum gesellschaftlichen Mittelpunkt von Daxberg. Dies beweist ein am 22.7.1951 durchgeführtes Sternschießen mit Kinderfest am Nachmittag und Tanz am Abend.

Die einstimmige Wiederwahl zum 1. Vorstand durch die Generalversammlung am 25.10.1952 lehnte Sebastian Dolp ab. Nach 30jähriger Tätigkeit an der Vereinsspitze trat er aus Altersgründen ab. Für seine außergewöhnlichen Verdienste ernannte ihn die Versammlung zum Ehrenvorstand.


Aus der Neuwahl ging Georg Huber als 1. Vorstand hervor. Unter seiner Führung wurde 1954 beschlossen, eine Königskette anfertigen zu lassen. Anläßlich der Generalversammlung 1958 kam man überein, das unrentabel gewordene Sternschießen einzustellen und ein Königsschießen abzuhalten. Am 16.4.1959 verstarb plötzlich und unerwartet Vorstand Georg Huber.


Als Nachfolger wählten die Schützenmitglieder am 13.6.1959 Sebastian Eberle zum neuen 1. Vorstand. Dieser führte den Verein bis 1970 und erneut vom November 1971 bis Oktober 1973. Danach legte Sebastian Eberle sein Amt aus privaten Gründen nieder und wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt.


Vom 3.1.1970 bis Oktober 1971 stand Wilhelm Bayer dem Schützenverein vor. In seiner Amtszeit konnte das 50jährige Gründungsjubiläum gefeiert werden.

Im Jahr 1970 trat der Verein der Pokalgemeinschaft Günz-Kammel bei. Es bot sich daher an, das Pokalschießen gleich in diesem Jahr zu übernehmen und mit den Jubiläumsfeierlichkeiten zu verbinden. Vom 14.7. bis 22.7.1970 wurde dieses Fest mit Pokalschießen abgehalten.


Ab 26.10.1973 leitete Georg Huber die Geschicke des Vereins.


Am 21.3.1975 ließ sich der Schützenverein Eichenlaub Daxberg in das Vereinsregister eintragen.


Die bis dahin größte Herausforderung in der Vereinsgeschichte wartete 1975 auf die Mitglieder: Der Bau eines eigenen Schützenheimes. Die bisherigen Schießlokale (Gasthaus Wiedemann und Gasthaus Schedler, Moosmühle) waren durch das stetige Anwachsen der Mitgliederzahl zu klein geworden. Außerdem entsprachen sie nicht mehr den schießsportlichen Anforderungen und Bestimmungen. Daher befaßte sich die Vorstandschaft seit Januar 1974 intensiv damit, eine neue Schießstätte zu finden.

Der ursprüngliche Plan, die im Sommer 1974 freigewordene Volksschule zu nutzen, wurde schnell fallengelassen. Entgegen dem Rat vieler Skeptiker entschied sich auf einer außerordentlichen Generalversammlung im September 1974 die Mehrheit für den Bau eines Schützenheimes. Die Besorgnis war nicht unbegründet. Schliesslich betrug der Kassenbestand nur 3.800 DM. Dem gegenüber waren Gesamtkosten von 211.000 DM zu erwarten.

Eine Aufbesserung des Kassenstandes konnte durch eine Alteisensammlung erreicht werden. Diese Aktion gab den Schützen nochmals Ansporn zu ihrem Vorhaben.

Am 26.4.1975 erfolgte sodann der erste Spatenstich auf dem von der Gemeinde Erkheim zur Verfügung gestellten Baugrund am Fuße des alten Schloßberges. Jung und alt opferten ihre Freizeit und leisteten über 10.000 freiwillige Arbeitsstunden. Hier zeigte sich eindrucksvoll, was eine verschworene Dorfgemeinschaft zustande bringen kann.

In nur 30 Wochen wurde das Bauwerk erstellt. Somit konnte bereits am 8.11.1975 mit dem Festabend und am 9.11.1975 mit der Einweihung und einem Tag der offenen Tür das neue Schützenheim seiner Bestimmung übergeben werden.












Im Jahr 1976 stiftete die Katholische Landjugend Erkheim den Jungschützen eine Königskette.

Das größte sportliche Ereignis fand 1980 statt. Anläßlich des 60jährigen Bestehens richtete der Schützenverein das Gauschießen vom 5.6. bis 22.6.1980 aus.

Desweiteren konnten bis dahin die Außenschießstände für Klein- und Großkaliber fertiggestellt und während des Gauschießens eingeweiht werden.

Nur durch die tatkräftige Mithilfe der gesamten Daxberger Bevölkerung, vor allem der Schützenmitglieder selbst, war es möglich, die Veranstaltungen zur Zufriedenheit aller durchzuführen. Die Schützen des Gaues Memmingen dankten dies in besonderer Weise. Es gab eine Rekordbeteiligung. 1.358 Schützen kämpften im sportlichen Wettstreit vom 6.6. bis 20.6.1980 um den Siegerlorbeer.

Rechtzeitig zum Gauschießen legten sich die Vereinsmitglieder eine Schützentracht zu. Somit konnten sie erstmals an dem am 5.6.1980 abgehaltenen Festabend in einheitlicher Kleidung auftreten.

Ein Höhepunkt des Gauschießens war der Festumzug am 8.6.1980. Daran wirkten ca. 2.000 Teilnehmer mit. Somit befanden sich - zusammen mit den Zuschauern - an diesem Tag 4.000 bis 5.000 Menschen in Daxberg; eine einmalige Anzahl für diesen kleinen Ort.


Die alte Vereinsfahne war zwischenzeitlich brüchig geworden. Um sie der Nachwelt zu erhalten, entschlossen sich die Schützenmitglieder im Jahr 1985, eine neue Fahne anzuschaffen.

Mit einem Fest in einem Bierzelt neben dem Schützenheim feierte die Schützengemeinde vom 28.6. bis 30.6.1985 den Erhalt der neuen Fahne. Der frühere Pfarrer von Erkheim, H. H. Alfred Höpfel, nahm die Einweihung am Sonntag, dem 30.6.1985, vor.











Mit dem einmaligen Bau des Schützenheimes nebst Außenanlagen war es nicht getan. Seither wurden verschiedene Um- und Erweiterungsbauten sowie Renovierungsarbeiten geleistet. In den 80er Jahren waren dies die Einrichtung eines Schützenmeisterzimmers sowie der Umbau der Toilettenanlagen sowie in den 90er Jahren ein Anbau an das Schützenheim.

Zum 70jährigen Jubiläum im Jahr 1990 trug der Daxberger Schützenverein auf seiner Luftgewehr-, Kleinkaliber- und Vorderladerschießanlage die 1. Daxberger Mehrkampfmeisterschaft aus.


Das 75jährige Bestehen feierten die Daxberger Schützen - zusammen mit dem 20. Jubiläum des Schützenheimbaues - vom 9.6. bis 11.6.1995 in der sogenannten Sonnleitner-Halle neben dem Schützenheim. Anläßlich dieses Jubiläums richtete der Schützenverein Eichenlaub Daxberg das 26. Pokalschießen der Pokalgemeinschaft Günz-Kammel vom 13.10. bis 28.10.1995 bei sehr guter Beteiligung aus.

Der Verein pflegt Patenschaftsverhältnisse mit den Schützenvereinen Arlesried, Dietershofen, Günz 1922 und Schlegelsberg.

In diesem Zusammenhang war das Patenbitten der Dietershofener Schützenkameraden am 26.1.1996 im Daxberger Schützenheim ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten.


Bei der ordentlichen Generalversammlung am 11.01.2013 trat Georg Huber nach 40 Jahren als erster Vorstand nicht mehr zur Wiederwahl an. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung den heutigen Vorstand Peter Singer und ernannte Georg Huber zum Ehrenvorstand.


Der Schützenverein Eichenlaub ist der mitgliederstärkste Verein in Daxberg. Er bietet viel für jeden am Schießsport Interessierten und läßt dabei auch Kameradschaft und Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Abgesehen von einer einmonatigen Sommerpause besteht das ganze Jahr die Möglichkeit, sich am Schießstand zu betätigen. Der Verein veranstaltet Sommer- und Winterschießen sowie Seniorenschießen, Ostereierschießen, Dorfmeisterschaft und Silvesterschießen.

Die Daxberger Schützen nehmen an Gaumeisterschaften, Pokalschießen und Rundenwettkämpfen teil. Die Kleinkaliber-, Großkaliber- und Vorderladerschützen messen sich sogar auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.

Nicht zuletzt vertieft der Verein seine Verbindungen zu anderen Schützenvereinen aus der näheren Umgebung und zu weiter entfernten durch Freundschaftsschießen. Beispielhaft seien hier die Treffen mit den Vereinen aus Riederau, Walkertshofen, Scherstetten und Hopferbach erwähnt.


Der Schützenverein trägt auch wesentlich zur Erhaltung der Dorfgemeinschaft und zur Geselligkeit bei. Dazu richtet der Verein seit vielen Jahren Veranstaltungen wie Faschingsball, Kinderfasching, Preisschafkopfen, Bockbierfest, Sommernachtsfest, Oktoberfest, Weihnachtsfeier, Treffen mit ehemaligen Daxbergern, Ausflüge und Maibaumaufstellen aus.

Der Gemeinschaftssinn der Schützenkameraden zeigt sich auch darin, daß Erlöse aus Schießveranstaltungen für die Aktion Sorgenkind sowie zur Renovierung der Erkheimer sowie der Daxberger Kirche zur Verfügung gestellt worden sind.


Des weiteren können die anderen Daxberger Vereine ebenso ihre Veranstaltungen im Schützenheim abhalten wie auch Schützenkameraden private Familienfeiern. Dies ist um so notwendiger geworden, als es nunmehr in Daxberg leider keine Gastwirtschaft mehr gibt. Im übrigen sei an dieser Stelle erwähnt, daß die Bewirtung seit Bestehen des Schützenheimes von den Mitgliedern ehrenamtlich übernommen wird.


Es ist aufgrund des Angebots nur allzu verständlich, daß der Schützenverein eine besondere Anziehungskraft gerade auch auf die Dorfjugend ausübt. Damit erklärt sich u. a., warum der Schützenverein zeitweise mehr Mitglieder als der Ort Daxberg Einwohner hatte. Fast jeder Jugendliche tritt dem Verein bei. Wer später aus beruflichen oder privaten Gründen wegzieht, bleibt selbstverständlich weiterhin Mitglied im Verein und findet immer wieder gern den Weg nach Daxberg und zum Schützenverein Eichenlaub.

Dies zeigt die Verbundenheit zur Heimat und zum Verein.

Schützenheim innen (2015_08_31 18_14_53 UTC)
Fahnenweihe1 (2015_08_31 18_14_53 UTC)
Schützenfahnenweihe 1925 (2015_08_31 18_14_53 UTC)

© Eichenlaub Daxberg e. V.